PhotoKlassik IV.2022: 10 JAHRE, 40 AUSGABEN, 4.000 SEITEN PhotoKlassik!

Mit dieser Ausgabe Nummer 4-2022 feiert PhotoKlassik seinen zehnten Geburtstag. Darauf sind wir mit Ihnen, unseren Leserinnen und Lesern, aber auch mit unseren Partnern aus den Reihen der Hersteller und Dienstleister zusammen richtig stolz und bedanken uns bei Ihnen allen sehr herzlich für Ihre Treue.

Zehn Jahre, das sind 40 Ausgaben, die bisher erschienen sind. Auf exakt 4.000 Seiten haben wir die klassische Fotografie gefeiert, getestet, beschrieben, kritisch hinterfragt und hoffentlich ein klein wenig nach vorne und ins Bewusstsein gebracht. An dieser Stelle gedenken wir auch meinem ehemaligen Mitherausgeber Thomas Maschke,der leider 2015 viel zu früh verstorben ist.

PhotoKlassik, und das ist mir nach zehn Jahren noch viel klarer als bei der Gründung im Jahr 2012, ist viel mehr als ein Magazin über klassische Fotografie. PhotoKlassik ist ein Beitrag zur gesellschaftlichen Fotowerte-Erhaltung. Das bezieht sich vordergründig auf Produkte wie analoge Kameras oder auf Verfahren aus der reichhaltigen Küche chemiebasierter Fotoexperimente. Eigentlich gemeint sind mit “Fotowerten” aber bestimmte Haltungen wie Konzentration auf das Wesentliche, Fokussierung, Präzision, Geduld, eigene kreative Kraft, Lust auf Experimente und vieles mehr. Lange aus der Mode, sind es aber exakt diese Tugenden und Eigenschaften, die viele neue, vor allem junge Menschen hin zur klassischen Fotografie bringen.

Die sich von diesem einmalig faszinierenden Prozess vom Einlegen des Films über den Druck auf den Auslöser im entscheidenden Moment bis hin zur fachgerechten Trocknung des selbst vergrößerten Barytbildes begeistern lassen. Denn während eine von Digitalkamera und Smartphone generierte Massenbilderflut und -beliebigkeit den  menschlichen Wahrnehmungsapparat durch visuelle Zumüllung bis an die physiologischen Grenzen treibt, treten am anderen Ende der fotografischen Werteskala die genannten Tugenden neu in den Fokus.

Die kreative Kraft der klassischen Fotografie auf Film und die Fokussierung auf die wirklich guten Bilder sind systemimmanent – im besten Sinne. Denn analoge Fotografen haben einen besonders zielführenden Weg, um den eigenen Bildern die notwendige Kritik und Selektion angedeihen zu lassen und dadurch die Dramaturgie des Bildergenusses vorzubereiten: Erstens passen bekanntlich nur beschränkt viele Aufnahmen auf einen Film, was erwiesenermaßen vor unkontrolliertem Schnellfeuer-Knipsen mit der Kamera schützt. Zweitens erstellt man in der Regel als erste »Selektions-Instanz« von den entwickelten Negativen einen Kontaktbogen her, auf dem sichtbar wird, welche Bilder es zu vergrößern lohnt. Und dann, drittens, wandern auch von den vergrößerten Fotos nicht wenige in die Mülltonne, weil sie bei Tageslicht betrachtet den eigenen Ansprüchen nicht genügen. Was bleibt, ist das Beste. Wie gesagt, klassische Fotografie ist eine klare fotografische Haltung. Eine Haltung, die mich in den Momenten der Aufnahme nur und ausschließlich auf diesen Prozess, auf die Bildgestaltung im Sucher und alle anderen relevanten Aufnahme-Tätigkeiten konzentrieren lässt, nicht nachlassend über die weiteren Schritte hinweg, bis ich das fertige beste Bild in vollen Zügen und offenen Auges genießen kann. Diese Haltung hat etwas mit Konzentration und Entschleunigung zu tun, mit Neugier und Gestaltungswillen, aber auch mit Respekt – dem Medium, meinen Bildern und mir selbst gegenüber. Dafür steht PhotoKlassik. Vor zehn Jahren wie auch in Zukunft.

Herzlichst Ihr Wolfgang Heinen
(Herausgeber)

Diese und viele weitere Themen sind in der aktuellen PhotoKlassik III.2022 ab dem 7. Juni 2022 im Zeitschriftenhandel zu finden. Der Einzelpreis liegt bei 10,80 Euro. Alternativ kann die neue Ausgabe, sowie alle bisher erschienenen, ganz einfach auf www.meinfotokiosk.de bestellt werden.

Zusätzliche spannende Themen rund um die analoge Fotografie sind auch auf Facebook zu finden: www.facebook.com/PhotoKlassik


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